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Freitag, 21. September 2018

Humanist, EII, Dostojewski - Beschreibung nach Gulenko

1. Die Beziehungsethik als Basisfunktion

Der Humanist erkennt gut die Beziehungen, die sich zwischen den Menschen bilden. Er weiß, wer sich mit wem verträgt oder nicht verträgt. Wie Andere ihn empfinden, kann er schlechter erfassen, deshalb leidet er wegen der überflüssigen Zutraulichkeit. Ehrlichkeit und Anständigkeit in den menschlichen Beziehungen bedeuten ihm viel. Untreue und Verrat verzeiht er nicht. Er bricht alle Beziehungen mit den Menschen, die ihn in Stich gelassen haben, ab. Zeichnet sich durch Zuvorkommenheit und Milde bei der distanzierten Kommunikation aus. Weist den Humanismus der Tat auf, meidet Deklarationen und schöne Worte. Er ist mit der Fähigkeit der Großmut begabt. Kann sogar den Feinden vergeben, wenn sie aufrichtig bereut haben. Unterhält mit allen ruhige und wohlwollende Beziehungen.

2. Die Möglichkeitsintuition als Kreativitätsfunktion

Der Humanist hat das Talent des Erziehers, da er versteht, wie die Fähigkeiten der Menschen zu entfalten sind. Er behandelt die Kinder wie Erwachsene, fördert bei ihnen Selbstständigkeit und andere Eigenschaften, die für das erwachsene Leben notwendig sind. Schätzt sehr den freundschaftlichen Meinungsaustausch, der die Atmosphäre des Vertrauens und der Achtung zum Standpunkt eines anderen Menschen schafft. Unterstützt gegenseitiges Verständnis in der Gruppe, in der er sich befindet. Orientiert sich in den kompliziertesten Lebenssituationen. Die Menschen bitten ihn um Rat, um die Möglichkeit dessen, wonach sie streben oder wovor sie sich fürchten, zu bestätigen. Es zieht ihn zum Neuen und Ungewöhnlichen. Er mag die Selbstbildung. Versucht, eine Wechselbeziehung zwischen verschiedenen Lehren und Theorien zu finden, gewöhnlich im geisteswissenschaftlichen Bereich. Versteht wie kaum ein anderer die Einwirkung der Religion auf das Leben der Menschen.

3. Die Strukturlogik als Rollenfunktion

Der Humanist kann sich zwingen, diszipliniert und ordentlich zu sein. Er ist gewissenhaft, zwar bei der Erfüllung der konkreten Arbeit langsam. Zeigt die Sorgfalt in Details. Hält sich fest an den vereinbarten Verpflichtungen. Arbeitet bescheiden, ohne Lärm und Lob. Strebt danach, sich objektiv und ohne Emotionen in der Situation zurechtzufinden, indem er die Tatsachen analysiert. Doch ist es ihm schwierig, sein Verständnis des Problems in der analytischen Sprache zu äußern. In offiziellen Situationen wirkt er zurückhaltend und etwas trocken. Er mag es gar nicht, sein Verhältnis gegenüber Anderen öffentlich zu zeigen. Schwierige Aufgaben löst er dank der großen Geduld, die ihm von der Natur verliehen ist.

4. Die Willensensorik als Verletzbarkeitsfunktion

Der Humanist ist sensibel und verletzbar, erträgt schwer die Grobheit. Er kann nicht Druck auf die Menschen ausüben, sie dazu zwingen, etwas gegen ihren Willen zu machen. Obwohl er in den extremen Situationen sehr nervös ist, beherrscht er sich und wirkt entschlossen, wenn die ihm nahen Menschen davon betroffen sind. Die Welle der Emotionen läuft erst dann auf, wenn die Gefahr schon vorbei ist. Er wählt als Partner diejenigen, die ihm Anstoß zur aktiven Tätigkeit geben und ihn mobilisieren, und nicht diejenigen, die ihn vor Aufregungen bewahren und ihm Verantwortung abnehmen. Antwortet heftig auf die Versuche, auf ihn mit Zwang oder mit roher Gewalt einzuwirken. In solcher Situation kann er aufbrausen und seine negative Einstellung offen aussprechen. Er ist im Verkehr mit Feindseligen reizbar.

5. Die Handlungslogik als Suggestiv-Funktion

Der Humanist kann nicht die Hände in den Schoß legen, während die Anderen arbeiten. Man muss ihn für die Sache nicht antreiben. Die beste Weise, ihn zur Arbeit heranzuziehen, ist persönliches Beispiel. Die komfortable, gut organisierte Arbeit bringt ihm ein wahrhaftes Vergnügen. Er mag, wenn man hilft, sich vom vergeblichen Kraftaufwand zu befreien, den Arbeitsplatz rational zu gestalten. Es ist nicht notwendig, ihm ausführliche Instruktionen zu geben bzw. ihn lange Zeit einzuarbeiten. Die nötigen Informationen findet er selbst. Vor allem muss alles, was für die Arbeit gefordert wird, griffbereit sein. Neigt dazu, zuviel zu arbeiten, über der Arbeit die Zeit zu vergessen. Er ist jenen Menschen dankbar, die für seine Erholung und Aufbewahrung der Gesundheit sorgen.

6. Die Empfindungssensorik als Aktivierungsfunktion

Seine Stimmung hängt vom physischen Zustand stark ab. Wenn er sich unbequem fühlt oder krank ist, erfassen ihn Pessimismus und schlechte Laune. Er hat ein inneres Bedürfnis, für Schwache und Kranke zu sorgen. Doch muss es richtig verstanden werden, sonst fühlt er sich beleidigt, auch wenn er nichts sagt. Fühlt sich bequem in kleinen, aber warmen Gesellschaften. Sorgt für die Stimmung der Menschen in seinem Umfeld. Wenn es notwendig ist, muntert er sie auf oder tröstet. Verhält sich kritisch zu seinem Äußeren. Mag nicht, wenn man ihm aufzwingt, was er anzuziehen hat oder wie er aussehen soll, zwar bedarf er der Ermutigung und der Ratschläge hinsichtlich des Aussehens und der Nutzung dieser oder jener Gebrauchsgegenstände. Vermeidet auffällige, heraushebende Kleidung.

7. Die Emotionsethik als Kontrollfunktion

Der Humanist ahnt das Heranreifen der Konflikte besser, als die Anderen. Bemerkt negative Emotionen der Menschen und missbilligt sie, jedoch kann er selber sie nicht verhindern. Kann den Menschen anhören, an ihm Anteil nehmen, seine emotionale Anstrengung aufheben. Seine eigenen Erlebnisse kann er nur sehr nahen Menschen mitteilen. Erlebt tief die negativen, dramatischen Ereignisse im Leben der Umgebung, selbst wenn sie ihn unmittelbar nicht betreffen. Innerlich ein sehr emotional angestrengter und nervöser Mensch. Zwar kann er seine eigenen Emotionen kontrollieren, bedarf von Zeit zu Zeit der emotionalen Entspannungen. Verliert die Fassung im Verkehr mit Angehörigen, wenn er sie der Lügen, Selbstsucht, Gleichgültigkeit überführt.

8. Die Zeitintuition als Standardfunktion

Der Humanist lebt und arbeitet ruhig, gemessen. Mag keine Rückstände oder  Vorgriffe. Stellt sich schwer auf einen neuen Arbeitsrhythmus um. Kann die Zeitvergeudung nicht dulden. Wartet nicht lange auf einen unzuverlässigen Menschen. Er selber ist pünktlich, beendet beauftragte Arbeit genau zur vereinbarten Frist. Für die Arbeit geizt er nicht mit der Zeit. Bewertet das Werk nach der Menge der aufgewendeten Zeit. Das Arbeitsleben trennt er immer von den Unterhaltungen ab. Versteht es, zu berechnen, wie viel Zeit für wen nötig aufzuwenden ist. Mag nicht die geschwätzigen Menschen, die mit großem Aufwand an Worten die nicht zur Sache gehörenden Probleme erörtern. Er bringt die Menschen nicht von der Arbeit mit leeren Fragen ab.


© Autor: Viktor Gulenko
© Übersetzung: Nadiya Medvedovska

Humanist, EII, Dostojewski - Beschreibung nach Weisband

1. Träger eines ruhigen inneren Auges, einer unauffälligen Gefühlswelt. Sie ist derart fein und tief, dass verbale Liebesbeweise unnötig sind. Er sieht auch ohne Worte, wer wen und wie liebt, wer wen braucht und wer wen nicht. Die wertvollste Eigenschaft ist eine Fähigkeit, sich an die Emotionen eines anderen Menschen anzupassen. Mitfühlen, die emotionale Spannung abbauen, beruhigen.
2. Gewöhnlich ist es ein ruhiger freundlicher Mensch, der in der Gesellschaft mehr schweigt und beobachtet, unter engen Bekannten aber umgekehrt. Man kann ihn nicht als zu schüchtern bezeichnen, weil er hervorragend sieht, welche Einstellung andere zu ihm haben und weiß, wie man diese Einstellung verbessern kann. Ist bestrebt, andere Menschen von seinem Verständnis des Ethischen und Unethischen zu überzeugen. Seine Emotionen dagegen zwingt er nie auf, sondern begleitet, erlebt die Emotionen des anderen mit. Äußert eine Art emotionale Pausen. Ist sich sicher, dass andere ihn ruhig, ausgeglichen, friedlich brauchen. Möchte eine Art „Kompresse“ sein, die andere auf ihre Wunden legen.
3. Wenn man ihn bietet irgendwas zu machen, kann nicht ablehnen. Deswegen wird er nicht selten ausgenutzt. Man braucht einen Dualen, der seine Tätigkeit koordiniert und vom Überflüssigen schützten kann. In Beziehungen mit Menschen beschränken sich seine Interessen nur auf eine bestimmte Personengruppe, dagegen interessiert ihn in der objektiven Welt unselektiv absolut alles, dem Niveau seiner Intelligenz und Fähigkeiten entsprechend. Ist nicht fähig, die Qualität seiner Arbeit sowie die dabei verlorene Zeit einzuschätzen. Kann nicht einordnen, was unwesentlich und was wichtig ist. Weiß, was man machen kann, aber weiß nicht, was man machen muss. Kann nicht untätig sein, wenn alle arbeiten und macht weiter, wenn alle nicht arbeiten. Hat äußerst ungern, wenn man ihm bei einer nicht abgeschlossenen Arbeit eine andere überträgt.
4. Kritisch zur eigenen Schönheit, zum eigenen Willen, zur eigenen Energie. Verträgt schmerzhaft ihre Missbilligung. Komplimente zu diesem Thema empfindet er nicht als Zweideutigkeit nur wenn sie unter vier Augen in einem freundlichen Ton und ohne Hervorhebung gesagt werden. Er braucht eine stille und leise Anerkennung. Kann sich nicht erlauben, unordentlich gekleidet zu sein.
5. Angenehme Emotionen, die dieser Typ braucht, sichert ihm der Partner durch seine Intelligenz, Logik, Ansprüche, Fähigkeit zu beschützen. Man muss pünktlich zu Verabredungen kommen, sein Versprechen halten, freundlich und sorgsam sein. Mehr Liebesbeweise und Gespräche darüber braucht man nicht. Wenn selbst der klügste Partner seine Meinung in Form von Überlegungen statt kurzer kategorischen Formulierungen kund tut, fühlt sich neben ihm stets unzufrieden und unglücklich. Seine Hauptanforderung an den Partner ist die Treue. Eine Untreue verzeiht er nicht.

© Autor: Igor Weisband, 1986
© Übersetzung: Albert Schneider, 2011

Diese Beschreibung ist nicht nach Funktionen gegliedert. Andere Übersetzungesvarianten sind evtl. auf folgenden Seiten verfügbar:
http://www.socioniko.net/de/1.1.types/ri.html
http://www.team-space.net/models/socionics/german/types/INFJ.htm